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Wissenschaftliche Studien – Studie No. 1

Allein das Weglassen tierischer Nahrungsmittel reduziert Übergewicht und Adipositas

Hauptaussage(n):

  • Je weniger tierische Produkte auf dem Speiseplan stehen, umso schneller und effektiver nähert sich der BMI (Verhältnis von Körpergröße und Körpergewicht) einer gesundheitsförderlichen Norm an.
  • Die Reduktion tierischer Nahrungsmittel erweist sich als eine wichtige Maßnahme für eine nachhaltige und schnelle Gewichtsnormalisierung.

Publikation
Less animal-based food, better weight status: Associations of the restriction of animal-based product intake with body-mass-index, depressive symptoms and personality in general population.
Medawar et al
Nutrients, 12(5) 2020, 1492 ff.
Link: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7284911

Empfehlungen für eine gesunde Zukunft

Ernährung heilt!

  • Das „bloße“ systematische Weglassen aller tierischer Nahrungsmittel ist eine wichtige und darüber hinaus noch recht erfolgreiche Methode für eine Gewichtsnormalisierung.

  • Weglassen der sogenannten „primären“ tierischen Nahrungsmittel ist für eine Gewichtsnormalisierung nicht nur effektiv, sondern auch am wirkungsvollsten für einen raschen und nachhaltigen Therapieerfolg für eine Gewichtsnormalisierung.
    Zu den „primären“ tierischen Nahrungsmitteln zählen Fleisch, Wurst, Schinken, Fisch.

  • Mit dem nachfolgenden Ausschleichen aus „sekundären“ tierischen Nahrungsmittel erzielt man einen nachhaltigen Effekt: es stellt sich ein bleibendes Normalgewicht ein.
    Zu den „sekundären“ Nahrungsmitteln zählen Milch und (nahezu alle!) Milchprodukte;
    in erster Linie Käse, Quark, Joghurt und Proteinshakes auf der Basis von Milcheiweiß.

  • Der beste Beginn für eine gewichtsnormalisierende Ernährung ist es auf jeden Fall, Nahrungsmittel aus konventioneller Herkunft zu reduzieren, am besten wegzulassen.
    Der Anteil an giftigen und damit gesundheitsschädlichen Substanzen ist in den meisten primären und sekundären tierischen Nahrungsmitteln konventioneller Herkunft hoch.

  • Das Reduzieren tierischer Lebensmittel ist ein völlig ungefährlicher und dazu noch ein nachhaltiger Einstieg in eine Gewichtsnormalisierung.
    Niemand braucht dabei unbedingt einen Spezialisten für Ernährungsmedizin; jeder hat es selber in der Hand.

  • Proteinreiche Ernährung ist alles andere als gesundheitsförderlich
    oder gar sinnvoll für ein Wohlfühlgewicht: eine proteinreiche Ernährung die sicherste Methode, auf jeden Fall krank zu werden oder zu bleiben.

Für diejenigen, die es genau wissen wollen – Details zur Publikation
Eine Studie an ca. 9.000 Personen ergab folgende Daten (veröffentlicht 2020):

  • Je geringer der Verzehr von tierischen Produkten, desto eher näherte sich der BMI dem empfohlenen Normbereich (19-25) an.
  • Je geringer der Verzehr von tierischen Produkten ist, desto eher beobachtete man bei den Personen eine introvertierte Persönlichkeitsstruktur.
  • Ein in anderen Studien gezeigter Zusammenhang zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und einem Einfluss auf die Psyche – je mehr tierische Produkte konsumiert werden, desto wahrscheinlicher wird die Möglichkeit der Entwicklung von depressiven Zuständen oder gar manifesten Depressionen – konnte  nicht bestätigt werden.

Durch die Studie wird erneut die herausragende Bedeutung des gesundheitsförderlichen Effektes einer pflanzenbasierten Ernährung für eine Gewichtsnormalisierung bestätigt.

Unerwartet ist ein Ergebnis der Studie:
Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass eine Unterscheidung tierischer Nahrungsmittel in zwei Kategorien aus therapeutischer Sicht sehr sinnvoll ist:

  • „Primäre“ tierische Produkte: Fleisch / Wurst / Fisch.
  • „Sekundäre“ tierische Produkte:: Eier / Milch / sekundäre Milchprodukte wie Käse / Kefir / Joghurt / Quark / Proteinshakes.

Es zeigt sich, dass die negativen Auswirkungen auf den BMI „signifikant“ („zuverlässig“) mit den beiden Kategorien tierischer Produkte im direkten Zusammenhang stehen:
Je mehr „Primäre tierische Produkte“ verzehrt werden, umso dramatischer sind die negativen Auswirkungen auf den BMI, desto eher entwickeln sich die typischen Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht und Adipositas.

Die Studie ergab ein weiteres Ergebnis:
Allein eine veränderte Kombination der beiden Kategorien ist bereits gesundheitsförderlich.
Zum überwiegenden Teil „sekundäre tierische Produkte“ zu verzehren und primäre tierische Produkte wegzulassen, ist eine erfolgreiche Methode im Rahmen einer Gewichtsnormalisierung.
Eine weitere Beobachtung war so gar nicht erwartet worden:
Je weniger tierische Nahrungsmittel auf dem Speiseplan stehen, desto geringer ist auch der Zuckergehalt, der verzehrten, industriell verarbeiteten Nahrungsmittel – ohne dass die Menschen bewusst den Zuckergehalt analysierten und berücksichtigten.

Die Autoren der Studie betonen auch, dass zusätzliche Faktoren mit Sicherheit zu diesen Ergebnissen führten.
Zu welchem Anteil die beobachteten Wirkungen auf den BMI einem bestimmten Ernährungsregime zuzuordnen sind, ist nicht Teil der Studie gewesen.
Sicherlich spielen auch folgende Faktoren eine nicht zu unterschätzende Rolle.

  • regelmäßige Bewegung im Alltag – körperliche Ertüchtigung, Sport, Fitness.
  • Grad der Akzeptanz und des regelmäßigen Verzehrs von pflanzlichen Lebensmitteln.
  • Ballaststoffe wirken sich positiv auf das Microbiom des Darms aus: der Anteil dieser Komponente ist unklar.

 Sapere Aude – habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.
(nach Horaz)

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3 Comments

  1. Hallo Herr Hilbert,

    Vielen Dank für die übersichtliche Zusammenfassung.

    Mich würde interessieren, inwieweit sie Studien mit Fragebögen mit gesunder Kriik betrachten. Wann und für welche gemessenen Werte und Variablen halten sie diese für tatsächlich aussagekräftig?

    Viele Grüße

    Julian

  2. Vielen Dank, Herr Dr. Hilbert, für die übersichtliche und gut verständliche Aufbereitung der Studie! Im Kern geht es darum, dass sich das Weglassen von tierischen Nahrungsmitteln positiv auf den BMI auswirkt. Die Details der Studie zeigen, dass sich der geringere Verzehr von tierischen Produkten auch auf die Psyche auswirkt. Ich kann mir das grundsätzlich gut vorstellen, allerdings würde ich gerne die Zusammenhänge besser verstehen. Vielleicht können Sie noch einmal näher darauf eingehen, inwiefern ein geringerer Verzehr von tierischen Produkten eher zu einer introvertierten Persönlichkeitsstruktur führt?

  3. Ich kenne einige Veganer, die stark übergewichtig sind, obwohl sie seit Jahren keine tierischen Produkte essen. Sie essen vielmehr alles andere rund um die Uhr und sind selbst verzweifelt darüber, wissen aber nicht, wie sie das ändern können….

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